Nachtrag: Wieso Homosexualität sinnvoll ist

Darwin thniks pink final cutoutHomosexualität bietet der Menschheit meiner Meinung nach einen klaren evolutionären Vorteil.
Und das wäre durch einschlägige Forschung vermutlich recht schnell zu belegen.


In meinem Blog-Artikel „Finale Gedanken zur Homosexualität“ hab ich dargelegt, wieso es meiner Meinung nach keinen einzigen argumentierbaren Grund gibt, der gegen Homosexualität oder ihre Ausübung spricht. Nach den ersten zwei Punkten „Glauben“ und „Natürlichkeit“ (im Sinne von „nicht natürlich“) hab ich mich einem dritten zugewandt, der nach meinem Wissen im Gegensatz zu den anderen bislang eher kaum oder noch nie behandelt wurde. Nämlich der Frage nach dem – evolutionären, biologischen, sozialen – Sinn von Homosexualität.

Natürlich fragt sich der einzelne schwule oder lesbische Mensch, egal ob er mit seiner Neigung im Reinen ist oder aber intern oder extern damit zu kämpfen oder darunter zu leiden hat, kaum, welchen evolutionären Sinn sein Dasein hat. Das tut ja auch praktisch niemand, der heterosexuell orientiert ist. Aber vom wissenschaftlichen Standpunkt aus ist die Frage nicht nur legitim sondern sogar sehr interessant. Und könnte, falls sich ein biologischer Sinn homosexueller Individuen für die Gattung (nicht nur Mensch) nachweisen ließe, sogar ausgesprochen positive gesellschaftliche Auswirkungen haben.

Gehen wir einmal davon aus, dass die Evolution (oder gerne auch Gottes Plan, in diesem Fall macht das zumindest für Anhänger des „Intelligenten Designs“ keinen großen Unterschied) dem Zweck dient, das Leben, die Natur und den Menschen immer weiter zu verbessern oder zumindest ihren Bestand auf Dauer zu sichern. Wenn dem so ist, wieso ist dann etwas auf den ersten Blick so „Nutzloses“ wie Homosexualität nicht schon längst ausgestorben. Zumal im Bereich der Fauna, wo es von schwulen und lesbischen Tieren ja nur so wimmelt?

Doch bleiben wir vorerst beim Menschen. Ich glaube, und ja, es ist nur eine und außerdem meine private Theorie, an einen evolutionären, biologischen und sozialen Sinn der Homosexualität. Wie schon im oben erwähnten Artikel dargelegt, waren und sind besonders viele Erfinder(innen), Pioniere(/innen), Forscher(innen), Künstler(innen) und Feldherren bzw. wo vorhanden Soldatinnen schwul oder lesbisch. Ich begründe das damit, dass Elternschaft und Familie eine enorme Bürde und Last sind, die eine leidenschaftliche Ausübung einer Tätigkeit beziehungsweise das Erstreben eines außerordentlichen Zieles zumindest erschweren, wenn nicht (besonders in früheren Zeiten) sogar verunmöglichen. Homosexuelle Menschen sind davon (eher/in den meisten Fällen) frei und können so ihrem Beruf, ihrer Berufung folgen. Was übrigens auch die hohe Zahl von Homosexuellen unter – katholischen – Geistlichen miterklären würde

Ich habe für all das keine Beweise, nicht einmal besonders viele Belege, aber vielleicht gibt es ja da draußen Forscher oder Forscherinnen verschiedener Gebiete, von Geschichte bis Psychologie, die sich das mal näher ansehen möchten? Und sollte es sogar einigen Biologen oder Zoologen gelingen einen solchen evolutionären Vorteil auch bei homosexuellen Tieren nachzuweisen, die also etwa ohne Rücksicht auf Balz und Nachwuchs neue Nahrungsquellen, neue Gebiete, neue Routen, neue Techniken testen könnten und durch Führung/Imitation an andere weitergeben würden… nun, Bingo! Vielleicht dient Homosexualität manchen bei Tierarten auch ganz anderen Zwecken. Und vielleicht sogar bei jeder Spezies anderen? Mich würden derartige Ergebnisse freuen, wenn auch nicht besonders überraschen. Und sie würden Gegnern und Homophoben, ob religiös oder nicht religiös, eindeutig den Wind aus den Segeln nehmen.
[Übrigens, um nur ein Beispiel zu nennen: bei Giraffen liegt bei sämtlichen beobachteten sexuellen Aktivitäten der Anteil an homosexuellen Praktiken, bis hin zur analen Penetration mit Ejakulation, bei 94 Prozent. Und sinkt in keiner Gruppe je unter 30%.]

Apropos, eine weitere Auffälligkeit: Gegner der Homosexualität finden sich ja hauptsächlich in den konservativen Lagern der Welt. Und wer hat am ehesten etwas gegen Neuerungen, seien sie in der Wissenschaft, der Forschung, der Kunst? Genau. Die Homophobie der konservativen Kreise korreliert also durchaus mit ihrer Neophobie, ihrer Ablehnung allem – oder zumindest des meisten – Neuen gegenüber.

Und noch was. Ich persönlich glaube, dass es der Natur, dem Universum und auch Gott, wenn es ihn gibt, völlig egal ist, wer auf der Erde seine Geschlechtsteile wie mit denen anderer – einvernehmlich! – in Kontakt bringt. Diesbezügliche Verbote und Restriktionen sind keine Frage der Moral, sondern eine Frage der Tradition, der Konvention oder sogar bewusster staatlicher oder politischer Unterdrückung.
Eine universelle menschliche Moral lässt sich kaum auf der Billigung oder der Ächtung mancher (noch mal: einverständlich und frei ausgeübter) sexueller Praktiken errichten. Wenn überhaupt, dann eher auf dem respektvollen, achtsamen und liebevollen Umgang aller Menschen mit- und untereinander, unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion, Volkszugehörigkeit etc.
Insofern handelt jedes verliebte – oder auch nur fröhlich fickende – homosexuelle Paar moralischer als jeder (scheinbar) moralisch Motivierte, der sie verdammt, beschimpft, bekämpft oder, so das in seiner Macht liegt, verfolgt oder bestraft.

Aber das ist eigentlich ein anderes Thema und sollte vielleicht ein andermal erörtert werden…

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