Skylink-Humor und Check-in-3-Gags

Skylink

CC: Hansueli Krapf

[Wer weiß, was mit dem Skylink gemein ist, kann die Einleitung überspringen]
2012 wurde am Flughafen Wien der „Austrian Star Alliance Terminal“ eröffnet. Beschildert ist er als „Check-in-3“ (270 m Länge plus 450 m Pier zu den Gates F und G) und allgemein bekannt ist der Bau unter dem Namen „Skylink“. So lautete nämlich der werbewirksame Name des Projekts während seines Baus. Der in einem Mega-Skandal endete. Massive Baukostenüberschreitung, verfehlte Termine… man kennt das ja.
Aber irgendwann wurde das hoch gehypte Wunderwerk dann fertig. Es ergänzt die antike Abflughalle (Check-in-2 mit Busanschluss ab den Gates B) sowie die Gates C und D. Besonders letztere sind sehr beliebt. Sanft, luftig, hell und breit führe sie beidseitig der Duty-Free-Zone wie Flügel sanft gescghwungen nach oben. Man flaniert einen Boulevard mit kleinen netten Geschäften hinauf und kann oben angekommen sein Flugzeug direkt per Fluggastbrücke (Gangway) erreichen. Kommt man bei C oder D an, hat man einen schönen ersten Eindruck eines netten kleines Airports.
Alls das sollte der Skylink doch locker toppen können? Bei dem Geld? Und dem Hype?
Tatsächlich ist der Zugang zu den und die Gates selbst ein ergonomisches Desaster. Der Bau ist zwar riesig, was man an den ewigen Fussmärschen bis zu den Gangways nur manchmal gemildert durch horizontale Rolltreppen, schnell am eigenen Leib spürt, dafür sind die Gänge beim Abflug nichtssagend grauschwarz und düster; beim Weg aus dem Flieger geht man überhaupt durch wartungsgangähnliche, endlose, düstere und enge Verlies-Katakomben – praktischerweise gleich ohne Rolltreppen.
Apropos: den Zugang mit seinen mickrigen zwei engen Rolltreppen zu finden ist auch nicht so leicht, ebenso wie die wenigen schamhaft versteckten Aufzüge. Anfangs fehlte in der Abflug- und Ankunftshalle sogar eine Uhr. Um die endlosen Weiten der entrischen Gates F und G zu erreichen, muss man im Check-in-3 erst einmal mehrmals treppauf und treppab, im Kreis herum… Ein Hürdenlauf beim Abflug, eine denkbare miese Visitenkarte beim Ankommen in der schönen Walzerstadt Wien.
[Über den Rest der krebsartig wuchernden Parkhäusern, deren labyrinthische Zugänge und die Tatsache, dass man niemanden mehr mit dem Auto abholen kann ohne die Kurzparkzone K3 für 4,70 Euro die Stunde, auch wenn man nur 5 Minuten braucht, zu benutzen, wollen wir an dieser Stelle schweigen.]
Kurz, besonders für sensible und schöngeistige Menschen (Österreicher und Wiener im Besonderen also und viele der hierher Reisenden), ist der „Vienna International Airport“ und alles, was mit dem Skylink zusammenhängt mittlerweile ein wunder Punkt, ein schwärende Wunde der patriotischen Seele. Aber was kann man dagegen machen? Nun, nix. Oder zumindest etwas typisch österreichisches: Witze!
Den brodelnden Zorn in (schwarzen) Humor zu verwandeln ist ja eine zutiefst heimische Eigenschaft. Also hab ich jüngst auf Facebook die Kategorie der „Skylink-Witze“ vorgeschlagen. Mit großem Erfolg. Auf meine Erstversuche, im Rückgriff auf meine Karriere als TV-Gag-Schreiber für ATV, folgten ebenbürtige Antworten und jetzt halten wir bei etwa zwei Dutzend.
Und die möchte ich hier (leicht redigiert) gerne präsentieren. Ergänzungen wird es auch gelegentlich geben, ich hör auch gerne neue Skylink-Gags in den Kommentaren. Bringen wir die Hütte mit ätzend Gift und Galle zu Einsturz! Man gönnt sich ja sonst nix…
[Wenn nicht namentlich gekennzeichnet, dann stammt der Gag von yours truly]

Und jetzt zu den Witzen:

– Der Skylink am Wiener Flughafen ist so lang, dass man sich auf „Foursquare“ fünf mal einchecken muss.

Der Skylink in Wien Schwechat ist behindertengerecht gebaut: Blinden gefällt er sehr gut.

Der Skylink ist so lang, wenn man da einmal bis ans Ende und zurück geht, ist der Berliner Flughafen fertig. (M. Holofernes)

Runtastic hat für den Skylink einen neuen Schwierigkeitsgrad einführen müssen.

Chuck Norris erreicht sein Gate im Check-in-3 in weniger als einer Stunde!

Der Skylink ist so düster, dass Emos zum chillen herkommen. (H. Kirchweger)

Warum war der Skylink so teuer? Weil bei den Baukosten die Wegzeiten voll berechnet wurden.

Die Gänge vom Skylink sind so eng, dass Höhlenretter hier ihr Training machen. (H. Kirchweger)

– Der Skylink ist das zweite Gebäude von Menschenhand, das vom Mond aus sichtbar ist.

–  Smartphones am Skylink so: „Do you authorise $app NOT to use your current location? Puh-lease?“ (N. Kolisch)

Wie viele Leute braucht man, um am Ende vom Skylink eine Glühbirne zu wechseln?
Zwei. Einer zum Wechseln und einer, der die Überstunden für die Hin- und Rückfahrt berechnet.

Wie viel Tage sollte man mindestens für einen Kurzurlaub in Wien einplanen?
Drei. Zwei, um die Stadt zu besichtigen und einen um aus dem Skylink herauszufinden.

Wieso sind die Neandertaler ausgestorben?
Das letzte Paar hatte ein Date am Skylink, kamen aber aus verschiedenen Richtungen…

Manche Gänge im Skylink sind so eng, die haben nur eine Wand.

Bei Schlechtwetter wird der „Wien Marathon“ im Skylink abgehalten.

Was nur wenige Leute wissen: der gesamte Strombedarf des Skylink wird durch die Reibungsenergie der Schuhsohlen und Rollkoffer der Passagiere gewonnen.

Der kürzeste Skylink-Witz: Kommt ein Mann zum Skylink und will auf die Uhr schauen. (N. Kolisch)

Noch ein kurzer: Kommt ein Mann zum Skylink und glaubt, er sei rechtzeitig vor Abflug da. (F. Freise)

Was ist der Unterschied zwischen einem Elefantenrüssel und dem Skylink?
Keiner, beide sind lang, grau, eng und innen finster.

– Bei der Eröffnung hat sich ein Spinnenpärchen im Skylink vermehrt. Allerdings sind Nachkommen nun so stark auseinander entwickelt, dass die Paarung unter den Nachkommen inzwischen unmöglich ist. (von T. Hirtenlehner, @13_1_4/Twitter)

Wie viele Leute braucht man, um am Ende vom Skylink eine Glühbirne zu wechseln?
Schwer zu sagen, weil niemand weiß ob es dort Glühbirnen gibt. (Ð. Karamasov)

– Bisher unbekanntes Renaissance-Manuskript entziffert: Giordano Bruno beschrieb den Skylink im Detail! (Ð. Karamasov)

Der Skylink ist so lange, dass du, wenn du ein gutes Fernrohr hast, deinen eigenen Rücken sehen kannst. (M.E. Bachinger)

– Wenn du siehst, dass am anderen Ende des Skylink die Glühbirne ausgeht, brennt sie.in Wirklichkeit seit 2 Wochen nicht mehr. (M.E. Bachinger)

– Schlagzeile: Expedition bricht Skylinkdurchquerung ab. Reinhold Messner musste wegen Erschöpfung bei Gate 56 zurückgelassen werden. (Ð. Karamasov)

Müllentsorgung a la Skylink. Legst den Müll an einem Ende aufs Rollband, am anderen Ende rieselt der Kompost runter. (M.E. Bachinger)

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